Station 1
Der Waldboden – die Basis für Waldwachstum
Der Wald, der jetzt die Wentruper Berge bedeckt, steht noch nicht lange hier. Vor 150 Jahren überzogen noch weitgehend offene Heideflächen und niedriges Gebüsch die Dünen, deren Sand der Westwind erst in den letzten 3000 Jahren aus dem Emstal heranwehte und zu der vielgestaltigen, kuppigen Oberfläche formte. An diesen Veränderungen war der Mensch übrigens nicht unbeteiligt. An der Ems sorgten die Waldrodungen vor allem im Mittelalter und der Plaggenhieb, d.h. die Entnahme von Heidesoden, bis in das 19. Jahrhundert hinein dafür, dass immer wieder unbewachsene Sandflächen auftraten. Der Wind formte aus ihnen die jüngsten Dünen. Der meiste und ältere Sand in den Wentruper Bergen wurde allerdings aus der Emsaue durch die vorherrschenden Westwinde ausgeblasen und auf der alten Terrassenkante des Ems-Tales in Form von Dünen wieder abgesetzt.
An Lebewesen des Erdaltertums vor mehr als 300 Mio. Jahren erinnern uns die Farne beiderseits unseres Weges. Rechts unter den Waldkiefern bildet der Adlerfarn große zusammenhängende Bestände, die im Sommer bis zu 1,50 m hoch werden können. Jeder Farnwedel ist ein einziges Blatt und wird jährlich aus dem überwinternden unterirdischen Wurzelstock heraus neu gebildet. Das trifft auch auf den Dornfarn zu, der den Eichen-Birkenwald links von unserem Wege bevorzugt und nicht so hoch wird.
Die Farne sind die relativ kleinwüchsigen Nachfahren einer uralten Pflanzengruppe, das viele Jahrmillionen vor den Blütenpflanzen weite Teile der Erde beherrschte. Damals – im Erdaltertum – gab es hohe Farnbäume, deren umgewandelten Resten wir beispielsweise die Steinkohle im Ruhrgebiet verdanken.
Suche am Wegrand die helle Bodenschicht. Nimm etwas davon zwischen die Finger und zerreibe es vorsichtig.